China gehört zu den wichtigsten Produzenten von Indium. Wie bei vielen anderen kritischen Ressourcen nimmt das Land daher auch auf diesem Markt eine zentrale Stellung in der globalen Versorgung ein: Ein erheblicher Teil der weltweiten Raffinerieproduktion an Indium stammt aus der Volksrepublik. Die internationalen Lieferketten sind in der Folge in hohem Maße von der chinesischen Metall- und Raffinerieindustrie abhängig.
Seit Februar 2025 gelten für den Export bestimmter Indiumverbindungen und -produkte aus China zusätzliche Auflagen. Für diese Materialien ist nun eine Ausfuhrgenehmigung erforderlich, die beim chinesischen Handelsministerium beantragt werden muss. Die Regelung betrifft neben Indium auch weitere Technologiemetalle wie Molybdän, Wismut, Wolfram und Tellur. Insgesamt umfasst die Maßnahme mehrere Dutzend Produkte und Technologien, darunter Materialien, die beispielsweise in Halbleitern oder speziellen Solarzellen eingesetzt werden.
Als Begründung für die Exportkontrollen werden nationale Sicherheitsinteressen angeführt. Viele der betroffenen Materialien gelten als sogenannte Dual-Use-Güter. Sie können sowohl in zivilen als auch in militärischen Anwendungen genutzt werden. Unternehmen müssen daher bei der Ausfuhr detaillierte Angaben zum Endnutzer und zum vorgesehenen Verwendungszweck machen.
Künftige Versorgungsengpässe sind nicht auszuschließen. Betroffen wären vor allem Industrien, die Indium als unverzichtbaren Rohstoff einsetzen – etwa die Halbleiterindustrie sowie Hersteller von Dünnschicht-Solarzellen und ITO-basierten Displaytechnologien. Da viele der regulierten Produkte als Dual-Use-Güter gelten, sind Unternehmen bei der Ausfuhr zudem zu detaillierten Angaben über Endnutzer und Verwendungszweck verpflichtet – was Lieferketten zusätzlich belasten kann.
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