Indium ist ein zentraler Bestandteil moderner LED-Technologie. Der Rohstoff wird insbesondere für die Feinabstimmung von Lichtfarbe eingesetzt sowie zur Erzeugung von blauem, weißem, grünem und teilweise ultraviolettem Licht.
Leuchtdioden basieren auf Halbleitermaterialien, deren optische Eigenschaften maßgeblich durch ihre chemische Zusammensetzung bestimmt werden. Entscheidend ist dabei die sogenannte Bandlücke des Halbleiters: Sie legt fest, welche Energie – und damit welche Wellenlänge und Farbe – ein Photon beim Übergang eines Elektrons vom Leitungs- ins Valenzband besitzt. Durch die gezielte Variation des Indiumgehalts in bestimmten Halbleiterverbindungen lässt sich diese Bandlücke präzise einstellen.
Die wichtigste indiumhaltige Verbindung im LED-Sektor ist Indiumgalliumnitrid (InGaN). Sie ermöglicht Emissionen vom violetten über den blauen bis in den grünen Spektralbereich. InGaN bildet damit die Grundlage für blaue LEDs und in der Folge für weißes LED-Licht. Dafür regt entweder eine blaue LED einen Phosphorleuchtstoff an; alternativ werden rote, grüne und blaue LEDs nach dem RGB-Prinzip zu Weiß kombiniert. Für rote, orange und gelbe LEDs wird vor allem Aluminiumgalliumindiumphosphid (AlGaInP) eingesetzt.
Indiumzinnoxid (ITO) gehört zu den wichtigsten Anwendungen für Indium. Das Material wird vor allem als leitfähige, aber transparente, Beschichtung eingesetzt. Es verbindet zwei Eigenschaften, die in der Elektronik entscheidend sind: elektrische Leitfähigkeit und hohe Durchlässigkeit für sichtbares Licht.
Eine zentrale Rolle spielt ITO in der Displaytechnologie: Es bildet transparente Elektroden in LCD- und OLED_Displays, die etwas in Flachbildschirmen zum Einsatz kommen. In Touchscreens, wie sie in Smartphones und Tablets verbaut sind, ermöglichen diese dünnen Schichten die präzise Erkennung von Berührungen. In beiden Fällen werden elektrische Signale übertragen, ohne die Bilddarstellung zu beeinträchtigen. Außer in Displays kommt ITO auch in Smart Glass zum Einsatz – einer Verglasung, die ihre Lichtdurchlässigkeit elektrisch verändern kann, etwa für Sichtschutz oder Energieeffizienz in Gebäuden und Fahrzeugen. Die transparenten Elektroden, die das Schalten ermöglichen, bestehen meist aus Indiumzinnoxid.
Indium spielt eine wichtige Rolle in modernen Halbleitertechnologien. Die elektrische Leitfähigkeit von Halbleiterverbindungen liegt zwischen der von Leitern und Isolatoren. Sie können gezielt zur Steuerung von Strom, Signalen oder Licht in elektronischen Bauelementen genutzt werden. Indium ermöglicht dabei insbesondere optoelektronische Anwendungen wie LEDs und Laser, ist aber auch für die Photovoltaik bedeutend. So ist es ein wesentlicher Baustein in Dünnschicht‑Solarzellen auf Basis von Kupfer‑Indium‑Gallium‑Diselenid (CIGS), wo es zur effizienten Umwandlung von Sonnenlicht in elektrische Energie beiträgt. In Form von Indiumgalliumnitrid (InGaN) oder Indiumgalliumphosphid (InGaP) wird der Rohstoff zur Herstellung verschiedenfarbiger LEDs für Beleuchtungssysteme, Displays und Signaltechnik eingesetzt.
Ein weiterer wichtiger Bereich sind Indiumphosphid (InP)‑Halbleiter. Ihre hervorragenden elektrischen und optischen Eigenschaften prädestinieren sie für die Hochfrequenz- und Telekommunikationstechnologie. Sie kommen etwa in schnellen Laserdioden und Photodetektoren für Glasfasernetze sowie in Mikrowellenverstärkern und Radarsystemen zum Einsatz.
Darüber hinaus werden InP-Bauelemente in LIDAR-Sensoren eingesetzt. Diese sind unter anderem für das autonome Fahren, Robotik und Umweltmonitoring immer stärker gefragt.